TUHH > Forschung > Institute > Wasserressourcen und Wasserversorgung

Willkommen

Prof. ErnstSichere und zuverlässige Wasserressourcen und Wasser-versorgung sind für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Dahinter stecken hohes technisches Know-how, stetige Innovationen und nachhaltiges Management. Am Institut forschen und lehren wir hierzu. Die Sicherung der Rohwasser-qualität, die Wasseraufbereitung und -verteilung sowie energetische Aspekte der Wasserversorgung sind zentrale Themen. Gemeinsam mit der angeschlossenen DVGW-Forschungsstelle TUHH unterhalten wir hierfür Labore und Versuchsanlagen. So kommen Praxisfragen direkt in die Universität und Wasserversorgungsunternehmen profitieren von Wissenschaft und technischen Innovationen. Ich lade Sie herzlich ein, unsere Arbeitsfelder, Forschungsprojekte, Lehrveranstaltungen und natürlich auch die Mitarbeiter auf den folgenden Seiten näher kennenzulernen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann kommen Sie auch persönlich vorbei; ich freue mich auf den Austausch und etwaige Zusammenarbeit.

 

Mathias Ernst

Willkommen

Anschrift
Technische Universität Hamburg-Harburg

Institut für
Wasserressourcen und Wasserversorgung (B-11)

Gebäude E
Schwarzenbergstraße 95

21073 Hamburg

Tel.: 040 / 42878-3453
Fax: 040 / 42878-2999

TUHH Pressemitteilungen

Wissenschaft, die unterhält: Science Slam an der TUHH

Aktuelle Forschung anschaulich erklärt, dafür stehen Science Slams. Am 6. November 2014 ist es an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) so weit: Zum dritten Mal präsentieren wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kurzen Vorträgen, woran sie gerade forschen. Organisiert wird die Veranstaltung von der TUHH-Fachschaft Allgemeine Ingenieurwissenschaften/General Engineering Science (AIW/GES).

„Viele wissen gar nicht, was an der TUHH passiert. Wir wollen zeigen, welch’ interessante Forschung hier betrieben wird“, erklärt Fabian Hein das Ziel des Science Slams. Hein ist einer von sechs Mitgliedern der FSR AIW/GES, die sich für die Veranstaltung engagieren. Sieger ist, wer am unterhaltsamsten, am interessantesten und am anschaulichsten seine Forschungsarbeit vorgestellt hat. Die Jury ist das Publikum: Der Gewinner wird durch die Lautstärke des Applauses mit Dezibelmessgeräten ermittelt und erhält – neben Ruhm und Ehre – einen heiß begehrten Wanderpokal.

Die diesjährigen Redner sind:

  • Sebastian Behr, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Keramische Hochleistungswerkstoffe, Thema: „Alles Plagiat! – Vom Leben als Nachmacher“
  • Björn Bosbach, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe, Thema: „Hybridisierung - Milch trifft Schokolade“
  • Thomas Hapke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU-Bibliothek, Thema: „Vom Sammeln zum Normieren: Von Fotos zu Formaten - Beispiele aus der Informations- und Technikgeschichte“
  • Johannes Haus, Mitarbeiter im Institut für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie, Thema: „Nur noch kurz die Welt retten“
  • Dr.-Ing. Benjamin Klusemann, Oberingenieur im Institut für Kontinuums- und Werkstoffmechanik, Thema: „Simulation von Mikrostrukturen“
  • Kevin Schulz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Medizintechnische Systeme, Thema: „Navigation im Weichgewebe - sind wir schon da?“

Der Eintritt ist kostenlos, allerdings wird ein Ticket zum Einlass benötigt. Dieses erhalten Sie an der Abendkasse oder am Montag, 3.11. und Mittwoch, 5.11. von 10 bis 13:30 Uhr im Raum der Fachschaft AIW/GES, Gebäude E, Raum E0.099.

TUHH-Science-Slam, 6. November, 20 Uhr, Audimax I, Denickestraße 22, Hamburg. Einlass ab 19:30 Uhr.

TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn

Bild:

Der extra angefertigte Wanderpokal. Foto: FSR AIW/GES

Simulation von Rissen im Zahnschmelz: Forscherteam des SFB 986 erhält Poster-Preis

Einem Forscherteam des Sonderforschungsbereichs 986 Maßgeschneiderte Multiskalige Materialsysteme wurde auf der „International Conference on Multiscale Materials Modeling“ in Berkeley, USA, der Preis für das beste Poster verliehen. Professorin Swantje Bargmann, Professor Gerold Schneider, Ezgi Yilmaz von der Technischen Universität Hamburg (TUHH) sowie Professor Norbert Huber, Dr. Ingo Scheider, Dr. Tao Xiao vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht überzeugten mit ihrem Poster über Risse im Zahnschmelz. Mit einer von den Forschern entwickelten Computersimulation kann die Ausbreitung der Risse mathematisch vorhergesagt werden.

Hart, fest und schadenstolerant: Zahnschmelz. Mit seinen erstaunlichen Eigenschaften dient das gerade mal einen Millimeter dicke Material den Wissenschaftlern des SFB 986, die an den Grundlagen für neue Werkstoffe forschen, als Vorbild. Die Natur liefert z. B. mit dem Zahnschmelz ein Vorbild, um völlig neuartige Strukturen für keramische Materialsysteme zu entwerfen und herzustellen. Grund für die erstaunlichen Eigenschaften des Zahnschmelzes ist sein sehr komplexer, hierarchischer Aufbau. Dieser verleiht dem Zahnschmelz seine charakteristischen Fähigkeiten: hart, aber nicht spröde.

Um später einmal ähnlich widerstandsfähige Materialien künstlich herstellen zu können, müssen die Forscherinnen und Forscher verstehen und vorhersagen können, wie sich Risse im Zahnschmelz ausbreiten. Hierzu entwickelten sie eine Computersimulation, die zeigt, wie die aus Millionen Nanofasern bestehenden Zahnschmelzprismen brechen. Statt die Eigenschaften jeder einzelnen Nanofaser in ein Computersystem zu übertragen, bedienen sich die Forscherinnen und Forscher einer „Homogenisierung“: Dazu bündeln sie die Eigenschaften der vielen komplex aufgebauten Nanofasern und behandeln sie mathematisch als wären sie eins. So wird ein künstliches homogenes Material geschaffen, das die Eigenschaften des komplexen Ausgangsmaterials widerspiegelt.

Den SFB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es nun gelungen, eine geeignete Homogenisierung zur Simulation von Zahnschmelz und seiner Schädigung zu finden und einsetzten. Dabei schauten sich die Wissenschaftler nicht nur das Verhalten auf der kleinsten Hierarchieebene an, sondern auch auf der darüber liegenden. Mit Erfolg: Die Ergebnisse der Computersimulation stimmen mit Experimenten an Rinderzähnen überein. Die mineralischen Fasern im Zahnschmelz kann man sich wie Spaghetti vorstellen, die mit einem Protein zusammengeklebt sind. Sind die Spaghetti zu lang, brechen sie beim Verformen durch, sind sie zu kurz, löst sich der Kleber. Auf welche Weise das Material versagt hängt also vom Formfaktor ab: Lange Fasern brechen auseinander, während bei kurzen die Verbindung zwischen den Fasern versagt. 

„Wir freuen uns über die Auszeichnung, die die hohe Qualität der Forschungsarbeiten und die erfolgreiche Kooperation zwischen der TU Hamburg und dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht bestätigt“, so das Forscherteam.

Quarks & Caspers Beitrag zur Zahnforschung an der TUHH: http://www.tuhh.de/sfb986/projekte/projektbereich-a/a6.html#c49239

TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn

Bild:

Blick durchs Elektronenmikroskop: Wie Spaghetti brechen die Nanofasern des Zahnschmelzes. Foto: TUHH

Alles andere als konventionell – TEDxTUHH

„Beyond Conventions“ – Unter diesem Motto findet am 8. November 2014 die dritte TEDxTUHH-Konferenz an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) statt. Von 12:30 bis 17 Uhr bringen die Redner dem Publikum ihre neuen Ideen und einzigartigen Erfahrungen näher und inspirieren zum Umdenken. 300 Zuschauerinnen und Zuschauer werden erwartet, wenn „Boat Kid“ Aurora Ulani Jacobsen von ihrer Kindheit auf einem Katamaran berichtet und der Biologe Matthias Schott erklärt, wie wir mit Wissen über Insekten unsere Technologien verbessern können.

Die aus den USA stammende TED-Veranstaltunsreihe hat zum Ziel, in kurzen mitreißenden Vorträgen ungewöhnliche Gedanken zu verbreiten. Seit 2012 führt eine studentische Gruppe unabhängig organisierte TEDx-Veranstaltungen an der TUHH durch. Initiator war Niels Hackius, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Logistik und Unternehmensführung, der das Format während seines Auslandsaufenthaltes in Singapur kennenlernte: „Die TEDx-Talks dort haben mich inspiriert – das wollte ich auch an der TU ermöglichen“, sagt er. „Die Sprecher zeigen immer wieder, dass es sich lohnt, Initiative zu ergreifen, seinen eigenen Gedanken zu folgen, über den Tellerrand des eigenen Studiengangs zu schauen und nicht nur dem perfekten Lebenslauf hinterher zu eifern.“

So auch bei der dritten Konferenz von TEDxTUHH „Beyond Conventions“: Aurora Ulani Jacobsen ist eine von acht Sprecherinnen und Sprechern, die in 18 Minuten von ihren „unkonventionellen“ Gedanken und Lebensstilen berichten werden. Die Zehnjährige wurde in Taiwan geboren und wuchs auf einem Katamaran auf, mit dem sie acht Jahre lang um die Welt segelte. In ihrem TEDx-Talk erzählt sie uns von ihren Abenteuern auf hoher See, unbewohnten Inseln und fremden Kulturen. Ein weiterer Gast ist der Biologe Matthias Schott. Er nimmt uns mit auf eine Reise in die Welt der Insekten. Als passionierter Imker und Toningenieur ist er stets bemüht, sein Wissen über die kleinen Krabbler für technologische Innovationen einzusetzen. Musikalisch unkonventionell ist an diesem Abend außerdem der deutsche Musiker Carsten „Erobique“ Meyer. Meyer spielt seit seinem achten Lebensjahr Klavier. Als Komponist und Musiker kann man ihn in vielen deutschen Fernsehformaten, wie „Der Tatortreiniger“ und „Hans Dampf“ hören.

Ein Höhepunkt des Abends ist die Vorstellung der 30-Day-Challenge. TUHH-Studierende und Mitarbeiter probierten 30 Tage lang etwas Neues aus: Vom täglichen Lesen eines Buches bis hin zum Dächer besteigen kamen viele kreative Ideen zusammen. TUHH-Präsident Professor Garabed Antranikian machte ebenfalls mit und lernte 30 Tage lang Mitarbeiter und Studierende kennen und tauschte sich mit ihnen aus.

Die unabhängig organisierten TEDx-Veranstaltungen der TUHH finden unter einer Lizenz der globalen TED-Organisation statt. Bisher war sie auf 100 Zuschauer limitiert. Um eine größere Lizenz zu erhalten, reiste Professor Sönke Knutzen, Vize-Präsident Lehre, im Oktober diesen Jahres zur TEDGlobal nach Rio de Janeiro in Brasilien. Knutzen: „Wir freuen uns, mit der neuen Lizenz noch mehr Menschen zu unserer TEDxTUHH-Konferenz einladen zu können. Denn es geht hierbei nicht nur um die Talks, sondern auch darum, ein Netzwerk für Visionäre, Macher und geniale Köpfe zu erschaffen, die großartige Ideen aus der ganzen Welt nach Hamburg bringen und innovative Ideen aus Hamburg in die Welt tragen.“

TED

TED ist eine Non-Profit Organisation aus den USA, welche sich dem Teilen von Ideen verschrieben hat. Was 1984 selbst als Konferenz  für die drei Welten: Technologie, Entertainment und Design begann, ist heute eine große Austauschplattform. Bekannte TED-Redner waren unter anderem Bill Gates, Al Gore, Philippe Starck, Isabel Allende und der britische Premierminister Gordon Brown. TEDx Events folgen demselben Konzept wie TED, ermöglichen aber kleinere, unabhängig organisierte Konferenz überall auf der Welt.

TEDxTUHH-Konferenz „Beyond Conventions“, 8. November, 12:30 bis 17:00 Uhr, TUHH Audimax II, Denickestraße 22.

Weitere Informationen und Karten unter http://www.tedxtuhh.de/

 

TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn

Bild:

Das TEDxTUHH Team freut sich, dass dieses Jahr keine Plätze frei bleiben müssen. Foto: Christoph Niemann 

Studienerfolg nicht auf Kosten der Studienqualität – Auftakt zum Maschinenhaus-Transfer-Projekt an der TUHH

Die Studienbedingungen im Bachelorstudiengang Maschinenbau der Technischen Universität Hamburg (TUHH) werden in den kommenden Monaten genauestens unter die Lupe genommen. Diese Analyse ist Gegenstand des Transfer-Projekts, das der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Rahmen seiner Maschinenhaus-Initiative an der TUHH gestartet hat. Ziel der Initiative ist die Erhöhung des Studienerfolgs im Maschinenbau- und Elektrotechnikstudium an deutschen Hochschulen. Prof. Dr.-Ing. Thorsten Schüppstuhl, Leiter des Studiendekanats für Maschinenbau, hofft auf reges Feedback der externen Experten: „Wir wünschen uns eine realistische, qualifizierte Außeneinschätzung des Studiengangs, um sehen zu können, wo wir Handlungsbedarf haben. Zugleich wollen wir von den Erfahrungen anderer TUs lernen, um die Studienbedingungen sowohl strukturell als auch methodisch und didaktisch zu verbessern.“ Eckart Kottkamp, der als Sprecher der VDMA-Ingenieurinitiative das Maschinenhaus-Projekt von Anfang an begleitet, erläutert die Ziele: „Wir wollen als Verband gemeinsam mit den Hochschulen dafür sorgen, dass der deutschen Wirtschaft qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass diejenigen, die ein Ingenieurstudium aufnehmen, ideale Bedingungen vorfinden und ihr Studium mit Erfolg beenden können. Dafür engagieren wir uns mit unserer Maschinenhaus-Initiative ganz allgemein und mit den Transfer-Projekten direkt vor Ort in den Hochschulen.“ 

Hinsichtlich der Erhöhung des Studienerfolgs sieht Schüppstuhl jedoch auch Gefahren: „Wir dürfen dem politischen Druck, die Durchfallquoten zu reduzieren, nicht dadurch begegnen, dass wir den Anspruch und damit die Qualität der Lehre senken. Wir können den Ingenieurnachwuchs nur dann besser ausbilden, wenn wir ihm exzellente Ausbildungsmöglichkeiten bieten.“ Die TUHH hat dafür einen besonderen Ansatz gewählt: Sie ist nicht in Fakultäten unterteilt, sondern in sechs Studiendekanate und neun Forschungsschwerpunkte gegliedert, was eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Institute ermöglichen soll. Das Studiendekanat Maschinenbau ist mit insgesamt 23 zugehörigen Instituten das größte Dekanat der TUHH. „Wir wollen aber nicht nur das theoretische Fundament für eine spätere akademische Karriere legen, sondern vor allem auch praxisnahes Wissen und Problemlösungskompetenzen bei den Studierenden zu schaffen“, sagt Schüppstuhl.

Inwieweit das tatsächlich gut gelingt und wo es mit Blick auf den Studienerfolg noch Verbesserungsbedarf gibt, darüber geben die Workshops des Transfer-Projekts Aufschluss. In den kommenden Monaten werden Fachleute des VDMA und der HIS-Hochschulentwicklung im Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden des Studiengangs den Status quo analysieren und anschließend Maßnahmen zur Steigerung des Studienerfolgs entwickeln. Bewährte Instrumente und Good-Practice-Beispiele aus Studium und Lehre hat der VDMA bereits in seiner Maschinenhaus-Toolbox gesammelt. „Mithilfe dieses Werkzeugkastens können sich die Hochschulen von den Beispielen anderer Hochschulen inspirieren lassen“, erläutert Thilo Weber, Referent im Bereich Bildung des VDMA. „Wir setzen dabei auf den Austausch mit den Hochschulen, welche Maßnahmen und Instrumente aus ihrer Sicht zu mehr Studienerfolg führen können.“

„Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ im zweiten Projektjahr

Zurzeit laufen 27 weitere Maschinenhaus-Transfers an deutschen Hochschulen oder sind bereits abgeschlossen. Bis Mitte 2015 sollen es mindestens 32 Projekte in ganz Deutschland gewesen sein. Alle teilnehmenden Hochschulen erhalten zum Abschluss das „Maschinenhaus-Teilnahmezertifikat“ und werden damit in den Kreis der Transfer-Hochschulen aufgenommen.

 

Ansprechpartner

Thilo Weber

VDMA
Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 6603-1787

E-Mail: thilo.weber@vdma.org

TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn

Bild:

Experten des VDMA und der TUHH nehmen gemeinsam den Studiengang Maschinenbau ins Visier. Foto: VDMA/Bittcher

TUHH Professor Joachim Werther erhält Arnold-Eucken-Medaille

Joachim Werther, Professor der Technischen Universität Hamburg (TUHH), wurde die höchste Auszeichnung der deutschen Verfahrenstechnik verliehen – die Arnold-Eucken-Medaille. Die GVT Gesellschaft Verfahrens-Technik e.V. würdigte Professor Werther als einen herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Mechanischen Verfahrenstechnik, insbesondere der Verfahrenstechnik partikulärer Systeme. Die Medaille wurde im Rahmen der ProcessNet-Jahrestagung 2014 übergeben.

Prof. Werther, ehemaliger Leiter des TUHH-Instituts für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie, beschäftigte sich mit dem chemischen und strömungsmechanischen Verhalten von Feststoffpartikeln in Gasströmen, wie sie sowohl in chemischen Prozessen als auch in der Kraftwerkstechnik auftreten. Seine Arbeiten zu Wirbelschichtverfahren in der chemischen Produktion und der Energietechnik, insbesondere zur Untersuchung, Modellierung und Simulation partikulärer Systeme, haben Methoden zur Optimierung chemischer und energietechnischer Verfahren von der Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung in aktuellen kommerziellen Standardwerkzeugen der Prozessindustrien etabliert. Seine Leistungen sind für den Wechsel der industriellen Ressourcen auf nachwachsende und wiederverwertete Rohstoffe auch in Zukunft die Basis der weiteren Entwicklung. Als Herausgeber und Autor von Büchern auf dem Gebiet der Feststoffverfahrenstechnik hat er weit über die eigenen Arbeiten hinaus den Fortschritt der Verfahrenstechnik geprägt. Des Weiteren hat Joachim Werther als Hochschullehrer über Jahrzehnte Studenten und Doktoranden ausgebildet, die heute erfolgreich in Forschung und Industrie tätig sind.

„Ich habe mich über die in der Auszeichnung zum Ausdruck kommende Wertschätzung meiner Arbeit hier in Hamburg und meiner Person durch unsere verfahrenstechnische Community sehr gefreut“, sagte Werther. „Ein Teil des Glanzes dieser Auszeichnung fällt natürliche auf unsere schöne TUHH, die hiermit wieder einmal die Stärke ihrer Verfahrenstechnik demonstrieren kann.“

Beruflicher Werdegang

Joachim Werther (Jahrgang 1942) studierte von 1962-67 in Karlsruhe Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Nach einer kurzen Tätigkeit in der Keramikindustrie begann er 1968 bei Otto Molerus in Erlangenals wissenschaftlicher Mitarbeiter, wo er 1972 mit der Promotion abschloss. Während seiner anschließenden Tätigkeit als Oberingenieur am selben Lehrstuhl habilitierte er sich 1976. Dem folgte erneut eine Tätigkeit in der Industrie, von 1977-1979 in der BASF. 1979 erhielt Professor Werther den Ruf als einer der ersten 10 Professoren an die damals neu gegründete TUHH als Leiter des Arbeitsbereiches Verfahrenstechnik I (seit 2006 Institut für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie), den er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008, die nicht das Ende seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war, maßgeblich prägte.. Er befaßt sich in der Forschung mit Meßtechniken für Mehrphasenströmungen, mit der umweltfreundlichen Verbrennung von Abfallstoffen in Wirbelschichten und mit der Aufbereitung kontaminierter Böden. Aus seiner Arbeitsgruppe stammt die Entwicklung des METHA-Verfahrens, nach dem heute der Hamburger Hafenschlick behandelt wird. Er war von 1988-1999 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs 238 und von 1999-2001 Vizepräsident Forschung der TUHH.

Er hat in seiner andauernden fachlichen Tätigkeit weit über 400 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht bzw. Patente angemeldet.

Joachim Werther wurde vielfältig für seine wissenschaftlichen Leistungen geehrt. So erhielt er neben vielen andern Auszeichnungen 1976 den Arnold-Eucken-Preis der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen und 2012 die Hans-Rumpf-Medaille von ProcessNet.

Professor Werther ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in der Nordheidestadt Buchholz.

Die Arnold-Eucken-Medaille

Entsprechend den Verleihungsbestimmungen werden mit dieser Medaille „weit überdurchschnittliche Leistungen, welche nicht nur in Fachkreisen des Inlandes, sondern internationale Anerkennung gefunden haben, gewürdigt. Die Verdienste müssen auf dem Gebiet Verfahrenstechnik, ihrer Grundlagen oder Randgebiete liegen; sie können sowohl die technische Entwicklung betreffen, wie eine Erweiterung der wissenschaftlichen Grundlagen und Lehre. Im Sinne des Wirkens von Eucken sind besonders auch die Leistungen zu beachten, welche die Ingenieurwissenschaften mit der Chemie verbinden“.

Arnold Eucken leitete von 1930 – 1950 das von Nernst gegründete Göttinger Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie. Seine Tätigkeit als erster Obmann des VDI-Fachausschusses Verfahrenstechnik und zahlreiche von ihm verfaßte Lehrbücher markieren den Beginn der Entwicklung der wissenschaftlichen Grundlagen der chemischen Verfahrenstechnik in den 30er Jahren in Deutschland.

Die Arnold-Eucken-Medaille wurde erstmalig im Jahre 1956 und seitdem 21mal vergeben, zuletzt im Jahr 2008. 

TUHH - Pressestelle
Alina Gruhn

Bild:

Prof. Joachim Werther erhielt die Auszeichnung aus der Hand von Prof. Norbert Schadler, Vorsitzender der Forschungs-Gesellschaft Verfahrens-Technik e. V. Foto: DECHEMA e.V./Mika Volkmann